Anschlussfinanzierung: Warum Sie nicht bis zum Ende der Zinsbindung warten sollten

Viele Immobilienbesitzer beschäftigen sich erst mit ihrer Anschlussfinanzierung, wenn die Bank einige Monate vor Ablauf der Zinsbindung ein neues Angebot verschickt. Doch genau das kann teuer werden.

Wer sich frühzeitig mit seiner Anschlussfinanzierung auseinandersetzt, verschafft sich deutlich mehr Handlungsspielraum und kann unter Umständen mehrere Tausend Euro an Zinskosten sparen. In diesem Beitrag erfahren Sie, warum der richtige Zeitpunkt entscheidend ist und welche Möglichkeiten Ihnen offenstehen.

Was ist eine Anschlussfinanzierung?

Die meisten Immobilienkredite werden mit einer festen Zinsbindung von 10, 15 oder 20 Jahren abgeschlossen. Nach Ablauf dieser Zinsbindung besteht in den meisten Fällen noch eine Restschuld, die weiter finanziert werden muss. Genau dafür dient die Anschlussfinanzierung.

Dabei gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten:

  • Sie verlängern den bestehenden Kredit bei Ihrer bisherigen Bank (Prolongation).
  • Sie wechseln zu einer anderen Bank (Umschuldung).
  • Sie sichern sich die aktuellen Zinsen bereits Jahre im Voraus mit einem Forward-Darlehen.

Welche Variante die beste ist, hängt von Ihrer persönlichen Situation und dem aktuellen Zinsniveau ab.

Warum frühes Handeln so wichtig ist

Ein häufiger Irrtum lautet: "Ich kümmere mich darum, wenn die Bank sich meldet."

Tatsächlich erhalten viele Darlehensnehmer das erste Angebot ihrer Bank erst wenige Monate vor Ablauf der Zinsbindung. Zu diesem Zeitpunkt bleibt oft nur wenig Zeit, verschiedene Finanzierungsangebote zu vergleichen oder auf mögliche Zinsentwicklungen zu reagieren.

Wer dagegen früh plant, kann:

  • verschiedene Banken miteinander vergleichen,
  • bessere Konditionen sichern,
  • die Tilgung neu an die aktuelle Lebenssituation anpassen,
  • Sondertilgungsmöglichkeiten vereinbaren und
  • unnötigen Zeitdruck vermeiden.

Was ist ein Forward-Darlehen?

Steht das Ende Ihrer Zinsbindung noch einige Zeit bevor, kann ein Forward-Darlehen eine interessante Option sein.

Damit lassen sich die heutigen Finanzierungskonditionen bereits bis zu mehrere Jahre im Voraus festschreiben. Das bedeutet: Selbst wenn die Bauzinsen künftig steigen sollten, profitieren Sie weiterhin von den bereits vereinbarten Konditionen.

Ein kleiner Zinsaufschlag für die lange Vorlaufzeit ist dabei üblich. Ob sich ein Forward-Darlehen lohnt, hängt vor allem von den aktuellen Marktbedingungen und Ihrer individuellen Finanzierung ab.

Nicht nur auf das Angebot der Hausbank verlassen

Viele Kreditnehmer nehmen das Angebot ihrer bisherigen Bank an, ohne Alternativen zu prüfen. Das erscheint bequem, muss aber nicht die günstigste Lösung sein.

Da jede Bank ihre Finanzierungskonditionen unterschiedlich kalkuliert, können sich teilweise deutliche Unterschiede ergeben. Bereits wenige Zehntelprozentpunkte beim Zinssatz können über die gesamte Laufzeit mehrere Tausend Euro ausmachen.

Ein unabhängiger Vergleich verschiedener Finanzierungspartner schafft Transparenz und hilft dabei, eine passende Lösung zu finden.

Die Anschlussfinanzierung bietet neue Gestaltungsmöglichkeiten

Nach vielen Jahren hat sich häufig auch die persönliche Situation verändert.

Vielleicht:

  • ist das Einkommen gestiegen,
  • sind Kinder ausgezogen,
  • wurde eine Gehaltserhöhung erzielt,
  • stehen größere Investitionen bevor oder
  • möchten Sie die Immobilie schneller entschulden.

Die Anschlussfinanzierung ist daher eine gute Gelegenheit, die Finanzierung an die aktuelle Lebensphase anzupassen.

Mögliche Stellschrauben sind:

  • höhere oder niedrigere Tilgungsraten,
  • flexible Sondertilgungen,
  • längere oder kürzere Zinsbindung,
  • Anpassung der monatlichen Rate.

Wann sollten Sie aktiv werden?

Eine gute Faustregel lautet:

Beginnen Sie spätestens 24 Monate vor Ablauf Ihrer Zinsbindung, sich mit Ihrer Anschlussfinanzierung zu beschäftigen.

Gerade wenn steigende Bauzinsen erwartet werden oder ein Forward-Darlehen interessant sein könnte, verschafft Ihnen dieser zeitliche Vorsprung deutlich mehr Möglichkeiten.

Auch wenn die Zinsen aktuell stabil erscheinen, lohnt sich ein frühzeitiger Finanzierungscheck. So kennen Sie Ihre Optionen und können in Ruhe entscheiden.

Typische Fehler bei der Anschlussfinanzierung

Diese Fehler lassen sich mit einer rechtzeitigen Planung leicht vermeiden:

1. Zu spät beginnen
Wer erst wenige Wochen vor Ablauf aktiv wird, hat oft kaum noch Verhandlungsspielraum.

2. Nur ein Angebot einholen
Ohne Vergleich fehlt die Grundlage, um die Konditionen richtig einzuordnen.

3. Nur auf den Zinssatz achten
Auch Tilgung, Sondertilgungen, Laufzeit und Flexibilität spielen eine wichtige Rolle.

4. Lebenssituation nicht berücksichtigen
Die Finanzierung sollte zu Ihren heutigen finanziellen Möglichkeiten passen – nicht zu denen von vor zehn Jahren.

Unser Tipp

Eine Anschlussfinanzierung ist weit mehr als eine reine Verlängerung Ihres bestehenden Kredits. Sie bietet die Chance, Ihre Finanzierung zu optimieren und langfristig Geld zu sparen.

Je früher Sie sich mit dem Thema beschäftigen, desto größer ist Ihr Handlungsspielraum.

Als unabhängiger Immobiliardarlehensvermittler vergleichen wir für Sie die Angebote zahlreicher Finanzierungspartner und unterstützen Sie dabei, eine Finanzierung zu finden, die zu Ihren Zielen und Ihrer aktuellen Lebenssituation passt.

Fazit

Warten Sie nicht darauf, bis Ihre Bank sich bei Ihnen meldet. Eine frühzeitig geplante Anschlussfinanzierung eröffnet mehr Möglichkeiten, bessere Konditionen und mehr Sicherheit für die kommenden Jahre.

Wenn das Ende Ihrer Zinsbindung näher rückt oder Sie wissen möchten, welche Optionen Ihnen bereits heute offenstehen, lohnt sich ein unverbindlicher Finanzierungscheck. Oft reichen wenige Angaben aus, um einen ersten Überblick über Ihre Möglichkeiten zu erhalten.

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